Do. 01. September 2011 - Abgelegt in:
LebenswahnsinnSozialen Netzwerke sind in schönes Spiegelbild für das widersprüchliche denken und Empfinden von so manch einem Zeitgenossen. Regelmäßig findet man Aufrufe und Appelle die jedes Tierschützer-Herz zum bluten bringen und nicht selten entwickeln sich dann mehr oder weniger konstruktive Diskussionen darüber, was man besser machen kann und wie Menschen nur so grausam und brutal zu Tieren sein können.
In eben so einer Regelmäßigkeit finden sich dann aber die Beiträge (überwiegend weiblicher) Aspiranten, dass sie wieder einmal Besuch von einer mindestens faustgroßen Spinne in Ihrem Domizil hatten. Diese Unterhaltungen enden dann meistens in mehr oder weniger brauchbaren Tips zur Beseitigung/Tötung dieser unerwünschten Mitbewohner.
Betrachtet man sich die Verfasser all dieser Kommentare dann genauer erkennt man früher oder später eine seltsame Schnittmenge: Sie wird angefüllt mit Menschen die sich auf der einen Seite vehement für den Schutz unschuldigen Lebens engagieren, vielleicht sogar auf den Verzehr von Fleisch verzichten - auf der anderen Seite aber nicht hadern, wenn sie sich von einem centstückgroßen Achtbeiner bedroht fühlen - diesen auch zu erschlagen oder aufzusaugen oder sonstwas.
Nun kann man lange darüber diskutieren, ob und in wie fern das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat. Über die Unterschiede von Säugetieren und Insekten sinnieren oder sich die Frage stellen, ob eine Milbe bereits so viel Persönlichkeit hat wie eine Vogelspinne. Doch für mich fängt der gebotene Respekt vor der Kreatur genau da an, wo Andere bereits bedenkenlos zuschlagen. Und ich werde vermutlich nicht aufhören mich darüber zu wundern, dass so viele Menschen selbst bei diesem Thema so gerne mit zweierlei Maß messen.Tags: Kreaturen, Facebook, Hirnriss
So. 26. Juni 2011 - Abgelegt in:
LebenswahnsinnFacebook-Statusmeldungen haben schon eine eigentümliche Dynamik... Neben dem üblichen Unsinn, den musikalischen Vorlieben und einen mehr oder weniger tiefen Einblick in geschmackliche oder sonstige Präferenzen zeigen sie oft Dinge die man noch viel weniger sehen will, als sich die Verfasser darüber im Klaren sind. Und ich lasse an dieser Stelle mal bewusst die hochgeladenen Bilder aussen vor!
Ein gepflegtes „Ich hasse es hier“ oder der Unmut über die unpassende Extraschicht kommt meistens noch genauso an der richtigen Stelle an, wie das Teilen von temporärem emotionalen oder körperlichem Unwohlsein. Was jedoch in den Köpfen so mancher Zeitgenossen vorgeht die sich permanent oder immer wieder über Gott, die Welt und das eigene Unvermögen auslassen wird mir von Tag zu Tag schleierhafter. Nicht das ich den ganzen Tag nur leichtfüßige Unterhaltung oder Erfolgsmeldungen lesen möchte - das währ ja auch an der Realität vorbei - aber die Penetranz mit der Manche ihren Zorn in die Welt hinausposaunen und auf virtuelle Streicheleinheiten hoffen, erstaunt mich jeden Tag aufs neue.
Nun mag es Sonderlinge geben, denen das sowieso egal ist, was andere anschließend über sie denken - doch warum wollen sie dann ein Feedback? Da es jedoch den Allermeisten ganz und gar nicht egal ist, wie sie auf Ihr Umfeld wirken - ob nun durch ihre Erscheinung oder durch das was sie tun oder sagen, fällt mir regelmäßig ein Draht aus der Mütze wenn ich mir die Historie von all dem Geschrei in Erinnerung rufe. Wissen diese Menschen eigentlich, was sie auf diese Weise alles von sich preisgeben? Hat denen schon mal Irgendjemand oder günstigstenfalls ein Nahestehender gesagt, was nach Ihrem Seelenstriptease noch für ein Eindruck übrig bleibt? Und wieso merkt eigentlich niemand von den Heulbojen, dass das alles ihren eigenen Unmut keinen Deut besser macht?
Oder geht es am Ende doch nur darum, die Umwelt durch das was sie liest und vor allem durch die Bilder die das Erzeugt, ganz langsam auf das eigene Wuterfüllte Niveau herabzuziehen - um sich zum Schluß nicht mehr so Nackt und allein zu fühlen, wie man sich selbst gemacht hat?Tags: Facebook, Ego