Design oder resign.

Wenn man sich mit Design im weitesten Sinne beschäftigt bekommt man früher oder später ein gutes Gefühl für das Material, was man verarbeitet. Auch jenseits der eigenen Kompetenzen weiß man oft sehr schnell was geht und was nicht, mit wie viel Aufwand eine Produktion verbunden ist und ob oder wen man zur Hilfe rufen muss, wenn man an die Grenzen seiner eigenen Handfertigkeit gerät.

Es gibt jedoch eine zeitgemäße Form des Designs die sich beinahe jeder Konvention entzieht und die obendrein so etwas wie einen lebenden Organismus darstellt. Ein umtriebiges Ding, dass sich jeden Tag von einer anderen Seite zeigt: Webdesign.

Vorbei die Zeiten, zu denen man sich vor ein leeres Blatt Papier setzt, seinen Gedanken freien Lauf lässt und dann nach einer Möglichkeit sucht seine Ideen selbst umzusetzen oder eben jemanden beauftragt, der das für einen erledigt.

Spätestens, wenn man sich einmal intensiver damit beschäftigt hat, das jeder auch noch so einfache Entwurf auf jedem der drölf Trillionen möglichen Ausgabegeräte anders aussehen wird und einen das noch nicht demoralisieren konnte - fliegt jedem ansatzweise gestaltungsverliebten Menschen der Draht aus der Mütze, wenn es darum geht abzuwägen welche Einschränkungen im Design noch umgesetzt werden müssen, um wenigstens einem Großteil der zu erwartenden Audienz einen ungefähr, ansatzweise, vielleicht, ähnlichen Eindruck zu vermitteln.

Es gab eine Zeit da galt in solchen Fällen Flash als Allheilmittel - trotzdem konnte ich mich auch in der prä-iPhone-Ära nicht mit dieser Technik anfreunden. Der Tribut ist, das es heute zig mehr oder weniger ineinander verwobene Techniken gibt, die auch noch je nach Anzeigesoftware unterschiedlich angesprochen sein wollen und im Grunde darf man dann sein Design drei bis acht mal neu überarbeiten und anpassen und am Ende darauf hoffen, das es niemandem auffällt, dass das Ergebnis auf der Kombination Betriebssystem X / Browser Y eigentlich mal garnicht geht.

Die Frage die ich mir heute öfter denn je stelle ist nicht mehr, was der ganze Unsinn soll, sondern ob ich mir das wirklich noch antun muss...

Gutes Design sollte vor allem kompromisslos sein und der Sprache des Designers folgen. Gutes Webdesign ist jedoch nichts weiter als der beste Kompromiss aus einem Wirrwarr an Dialekten.