Musik des Jahres 2011.

Das Jahr 2011 war musikalisch recht durchwachsen...
folgendes ist mir jedoch besonders in Erinnerung geblieben:

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Ich werde an einer Überdosis sterben!

Nein, ich rede nicht von stimmulierenden Substanzen, die man sich in unpassender Menge verabreichen kann. Ich meine auch garnicht die mir, von Natur aus, höchst unangenehme Überdosis Mensch, die regelmäßig zuerst meinen Kreislauf und dann meinen Verstand an den Rande des Zusammenbruches bringt. Und ich bin der festen Überzeugung, dass auch das Überangebot an Informationen und Wissen, was ich mir täglich reinschraube keinen weiteren Schaden ausrichten kann...

Aber spätestens an dem heutigen Tage ist mir bewusst geworden, das ich in einem überschaubaren Zeitfenster an einer massiven Überdosis Kommunikation verrecken werde.

Lange hat es gedauert, mein Umfeld an meine komische Zeitzone zu gewöhnen. Meinen Hauptkommunikationsweg habe ich auch deshalb bereits sehr früh auf Email umgestellt, denn es war immer eine prima Sache, genau dann antworten zu können, wenn es mir in den Kram passt und nicht dauernd vom Telefon aus dem Zusammenhang gerissen zu werden. Doch die schiere Menge an Emails und sonstigen Nachrichten die heutzutage so auf einen einprasselt haben irgendwie dazu geführt, dass ich mittlerweile oft auf Mails schneller antworte als andere ans Telefon gehen. Gelingt das nicht bleiben nicht nur die ungeschriebenen Antworten im Kopf, nein spätestens ne halbe Stunde später klingelt dann auch das Telefon: Warum man nicht geantwortet hat - oder warum man so umfangreich geantwortet hat, da könne man jetzt aber nicht drauf wechseln - oder warum man das nicht bestätigt hat... achso, es ist schon längst erledigt... oder wasauchimmer.

Nein! Mein Vorwurf geht nicht gegen "die Anderen". Jeder versucht nur nach seiner Fasson, mit seinem persönlichen Overkill, fertig zu werden. Der Vorwurf geht an mich selbst: Denn ich sollte es besser wissen! Ich habe schon einmal, vor über einem Jahrzehnt, eine berufliche Laufbahn aufgegeben weil ich zu dabei zu viel telefonieren musste...

Substanzen kann man entsagen. Vor zu vielen Menschen schützen mich sehr effektiv die eigenen vier Wände. Statt ständig neue Informationen aufzusaugen kann ich mich auch prima mal mit bekanntem auseinandersetzen. Das Telefon kann ich abstellen oder missachten, ohne das es mir gleich übel genommen wird und einen Anrufbeantworter braucht heute kein Mensch mehr - denn es gibt ja die Mail. Ist ja auch 'ne tolle Sache so eine Mail. Ich kann selbst bestimmen, wann ich sie lese und wann ich darauf antworte. Und ich könnte mir Filterregeln basteln: Die Guten in Kröpfchen und die Schlechten auf den Stapel. Aber lesen und beantworten muss ich sie doch irgendwann.

Leider ist es einer Überdosis egal, ob sie über den Tag verteilt oder auf einen Schlag eingenommen wird.

Occupy your bed...

Occupy_Your_Bed
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Mein Beitrag zur Vorweihnachtszeit...

Fronk_1

Darf ich vorstellen: Das ist Fronk.
Zum Glück taucht der hier nur zur Vorweihnachtszeit auf...

1955-2011

Die Nachricht ist noch keine 24 Stunden alt, die Medien sind voll von dem Thema das Tages. Die Einen sind noch erschüttert und die andern längst angepisst von dem ihnen unverständlichen Hype um eine Person: Steve Jobs.

Keine Sorge, hier kommt keine weitere Aufzählung von all den Dingen die er getan hat - ich Scheibe nur ein par Erinnerungen und Gedanken dazu auf, was mich seit heute Nacht umtrieb.

Das ist tatsächlich der erste Tod eines mir nicht persönlich bekannten Menschen, der mich spontan tief bewegt hat. Und dabei habe ich bis jetzt kaum einen Gedanken daran verschwendet, was das nun für die Zukunft der Firma mit dem angebissenen Apfel bedeutet. Es spielt auch eine untergeordnete Rolle, das es nun andere sein werden, die unser aller digitale Zukunft prägen werden. Was aber sehr wohl eine Rolle spielt das ich, wie viele andere Computernerds meines Jahrganges einen treuen und höchst inspirierenden Weggefährten verloren haben. Vielleicht auch einen Helden zu dem wir immer gerne aufgeschaut haben. Eine echte Persönlichkeit, aus einer Branche die noch vor zwanzig Jahren nur Freaks Einblick gewährte.

Meine erste echte Begegnung mit einem Computer war irgendwann 1981 oder 1982. Und es war ein Apple II. Auf ihm absolvierte ich die ersten Programmier-Gehversuche und es war die Initialzündung für ein Hobby und dafür das ich heute jederlei digitalen Krempel als selbstverständliches Werkzeug ansehe. Selbst in den frühen 80ern kam man als angehender Nerd nicht um die Person Steve Jobs herum - und irgendwann war man dann entweder Fan von ihm oder von seinem angeblichen Gegenspieler Bill Gates. Meine Position wahr schnell geklärt und hat sich über fast drei Jahrzehnte nie verändert. Ich habe gerade in der Pionierzeit des Homecomputers so ziemlich alle Systeme benutzt, besessen und wieder aufgegeben... denn ich brannte schon damals nur für die Marke mit dem regenbogenfarbenden, angebissenen Apfel. Bis er endlich zu meinem täglichen Arbeitsgerät wurde, verging aber noch ein Jahrzehnt - denn damals waren die Geräte einfach unerschwinglich für mich.

So ist der Tod einer solchen Person für mich eben auch eine Reise durch die eigene Vergangenheit. Durch 3/4 meines bisherigen Lebens und die Erinnerung daran das man immer auch ein Teil von all den revolutionären Veränderungen dieser Jahre war. Und das es eben genau diese eine Person war, von der man so viel lernte und die gemeinsam mit all den anderen innovativen Köpfen uns das Leben ein Stück leichter gemacht haben.

Doch all dies ändert nichts an der Tatsache, das ich in den Morgenstunden des heutigen Tages hier saß und einfach nur darüber nachdachte wie es ihm wohl in den letzten Stunden ergangen ist und wie es jetzt wohl seinen Lieben ergeht. Das passiert mir sonst nie bei eigentlich Fremden - doch irgendwie ist es beinahe so als habe ich einen Freund verloren.

Farewell.

Farewell.

steve_jobs

„Here’s to the crazy ones.

The misfits.
The rebels.
The troublemakers.

The round pegs in the square holes.
The ones who see things differently.
They’re not fond of rules.
And they have no respect for the status quo.
You can quote them, disagree with them, glorify or vilify them.
About the only thing you can’t do is ignore them.
Because they change things.
They push the human race forward.
And while some may see them as the crazy ones,
We see genius.
Because the people who are crazy enough to think
they can change the world,
Are the ones who do.“



Thank you for three decades of Inspiration.
Thank you for see things differently.
Farewell.


Picture: www.apple.com / www.apple.com/stevejobs
Words: TWBA / Apple

Unterwegs mit Freunden und der LC-A.

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So... die Lomo-Galerie ist online.
Irgendwie merkt man doch sehr, das ich in den letzten Jahren meistens mit den selben Menschen unterwegs war. Für den Betrachter vielleicht etwas eintönig - für mich nur der Beweis, das ich die richtigen Freunde habe!

Die ersten Polas sind online.

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Irgendwie tue ich mich seit langem schwer damit zu entscheiden, welche Photos ich der Öffentlichkeit zum Fraß vorwerfe. Das ist auch ein Grund, warum es in den letzten Jahren so wenig von mir zu sehen gab. Der Andere noch viel entscheidendere ist leider, dass ich kaum dazu gekommen bin mal wieder aus Spaß die Kamera in die Hand zu nehmen. Doch genau das sind die Bilder, die ich hier zeigen möchte.

Fangen wir also mit meiner brennendsten Leidenschaft - dem Polaroid an. Ein wenig von dem, was ich schon gescannt auf meinem Rechner gefunden habe - deshalb im Augenblick auch einiges bereits gesehene. Ich muss mal wieder den Scanner warmlaufen lassen...

Nanu?

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Wieso verweist brandmeyer.info jetzt hierher - und wo ist denn der tumblr-blog geblieben? Selbiger ist in Zukunft unter brandmeyer.tumblr.com zu finden. Ob ich Ihn zu Gunsten dieser neuen Website ganz aufgebe, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Bis dahin bastele ich erstmal an dieser Homepage.


Brandmeyer.de wurde derweil wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt :-)

Photo: Karl-Hendrik Tittel

Respekt vor der Kreatur.

Sozialen Netzwerke sind in schönes Spiegelbild für das widersprüchliche denken und Empfinden von so manch einem Zeitgenossen. Regelmäßig findet man Aufrufe und Appelle die jedes Tierschützer-Herz zum bluten bringen und nicht selten entwickeln sich dann mehr oder weniger konstruktive Diskussionen darüber, was man besser machen kann und wie Menschen nur so grausam und brutal zu Tieren sein können.
In eben so einer Regelmäßigkeit finden sich dann aber die Beiträge (überwiegend weiblicher) Aspiranten, dass sie wieder einmal Besuch von einer mindestens faustgroßen Spinne in Ihrem Domizil hatten. Diese Unterhaltungen enden dann meistens in mehr oder weniger brauchbaren Tips zur Beseitigung/Tötung dieser unerwünschten Mitbewohner.
Betrachtet man sich die Verfasser all dieser Kommentare dann genauer erkennt man früher oder später eine seltsame Schnittmenge: Sie wird angefüllt mit Menschen die sich auf der einen Seite vehement für den Schutz unschuldigen Lebens engagieren, vielleicht sogar auf den Verzehr von Fleisch verzichten - auf der anderen Seite aber nicht hadern, wenn sie sich von einem centstückgroßen Achtbeiner bedroht fühlen - diesen auch zu erschlagen oder aufzusaugen oder sonstwas.
Nun kann man lange darüber diskutieren, ob und in wie fern das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat. Über die Unterschiede von Säugetieren und Insekten sinnieren oder sich die Frage stellen, ob eine Milbe bereits so viel Persönlichkeit hat wie eine Vogelspinne. Doch für mich fängt der gebotene Respekt vor der Kreatur genau da an, wo Andere bereits bedenkenlos zuschlagen. Und ich werde vermutlich nicht aufhören mich darüber zu wundern, dass so viele Menschen selbst bei diesem Thema so gerne mit zweierlei Maß messen.

Steve Jobs sagte mal:

„Your time is limited, so don’t waste it living someone else’s life. Don’t be trapped by dogma - which is living with the results of other people’s thinking. Don’t let the noise of other’s opinions drown out your own inner voice. And most important, have the courage to follow your heart and intuition. They somehow already know what you truly want to become. Everything else is secondary.“

Ein Bad in Rasierklingen.

„Ich ziehe ein Bad in Rasierklingen dem in der Menge definitiv vor.“

Das hab ich 2007 mal geschrieben - und wird wohl nie an Aktualität verlieren.

Einundfünfzig Rosen.

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Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass für mich als Kind meine Eltern so etwas wie die ersten Superhelden in meinem Leben waren. Papa der klügste und stärkste Mann der Welt und Mamma die mit Abstand liebenswerteste Frau, die ich mir vorstellen konnte. Irgendwann wurde das langsam dadurch entzaubert, das Supermann fliegen konnte und all die herzzerreißenden Kinofilme berührten mich mehr, als die wundervollen Gesten die sich direkt vor meiner Nase abspielten.

Da war schon immer dieser ganz besonderen Tag im Juli in unserem Hause - und irgendwann bemerkte ich, das jedes Jahr zur selben Zeit eine Rose mehr in der Blumenvase stand, wenn ich Ma und Pa begrüßte. Gestern Morgen fiel mein Blick auf einen Strauß mit 50 wunderschönen Rosen. 50 Jahre verheiratet - das ist länger als ich auf diesem Planeten wandele und das ist eine Etappe in einem gemeinsamen Leben die ich wohl kaum noch erreichen werde. 50 Jahre gemeinsame Höhen und 50 Jahre die ein oder andere Untiefe, doch jedes Jahr wuchs der Strauß um eine Rose.

Als am gestrigen Abend die Feierlichkeiten begannen, erzählte mein Vater von den 50 Jahren und davon das 5 Jahre zuvor alles mit einer Rose begann, die er unter Anstrengungen aus einem Garten pflückte. Er überreichte meiner Mutter eine weitere Rose mit den Worten „Und diese erste Rose habe ich für Dich konserviert“. Er hatte ein wenig geschwindelt, denn es war natürlich nicht die Rose die er seiner Liebsten bereits 1956 überreichte. Es war ein Schatulle in Form einer roten Rose in der sich eine goldene Kette mit einem Medaillon verbarg. Eine schlichte Plakette auf der eine Rose zu erkennen ist, eine Rose geprägt auf nichts weiter als purem Gold. Diesem ganz besonderen und wertvollen Metall, das für uns alle zum Sinnbild dieses Jubiläums geworden ist. Doch dessen Glanz nicht ansatzweise das widerspiegeln kann, was so ein Tag für die bedeutet, die ihn feiern dürfen.

Ich freue mich von ganzem Herzen diese einundfünfzig Rosen bei meinen Eltern erlebt zu haben - und ich weiß jetzt das ich als kleiner Junge schon genau so klug war wie heute: Denn meine Eltern sind und bleiben meine ganz persönlichen Superhelden.

Wie wahr.

Hodgins: "Haben Sie die Todesursache herausgefunden?"
Fisher: "Das Leben Mann, das Leben ist immer die Todesursache!"

Die wollte ich doch garnicht alle nackt sehen.

Facebook-Statusmeldungen haben schon eine eigentümliche Dynamik... Neben dem üblichen Unsinn, den musikalischen Vorlieben und einen mehr oder weniger tiefen Einblick in geschmackliche oder sonstige Präferenzen zeigen sie oft Dinge die man noch viel weniger sehen will, als sich die Verfasser darüber im Klaren sind. Und ich lasse an dieser Stelle mal bewusst die hochgeladenen Bilder aussen vor!

Ein gepflegtes „Ich hasse es hier“ oder der Unmut über die unpassende Extraschicht kommt meistens noch genauso an der richtigen Stelle an, wie das Teilen von temporärem emotionalen oder körperlichem Unwohlsein. Was jedoch in den Köpfen so mancher Zeitgenossen vorgeht die sich permanent oder immer wieder über Gott, die Welt und das eigene Unvermögen auslassen wird mir von Tag zu Tag schleierhafter. Nicht das ich den ganzen Tag nur leichtfüßige Unterhaltung oder Erfolgsmeldungen lesen möchte - das währ ja auch an der Realität vorbei - aber die Penetranz mit der Manche ihren Zorn in die Welt hinausposaunen und auf virtuelle Streicheleinheiten hoffen, erstaunt mich jeden Tag aufs neue.

Nun mag es Sonderlinge geben, denen das sowieso egal ist, was andere anschließend über sie denken - doch warum wollen sie dann ein Feedback? Da es jedoch den Allermeisten ganz und gar nicht egal ist, wie sie auf Ihr Umfeld wirken - ob nun durch ihre Erscheinung oder durch das was sie tun oder sagen, fällt mir regelmäßig ein Draht aus der Mütze wenn ich mir die Historie von all dem Geschrei in Erinnerung rufe. Wissen diese Menschen eigentlich, was sie auf diese Weise alles von sich preisgeben? Hat denen schon mal Irgendjemand oder günstigstenfalls ein Nahestehender gesagt, was nach Ihrem Seelenstriptease noch für ein Eindruck übrig bleibt? Und wieso merkt eigentlich niemand von den Heulbojen, dass das alles ihren eigenen Unmut keinen Deut besser macht?

Oder geht es am Ende doch nur darum, die Umwelt durch das was sie liest und vor allem durch die Bilder die das Erzeugt, ganz langsam auf das eigene Wuterfüllte Niveau herabzuziehen - um sich zum Schluß nicht mehr so Nackt und allein zu fühlen, wie man sich selbst gemacht hat?

Homo Antisepticus Germanicus.

Wir haben zwei Weltkriege überstanden, der Kalte Krieg liegt hinter uns und Osama bin Laden ist nicht mehr existent. Während ein Teil der demokratischen Welt noch auf der Suche nach einem neuen Feindbild im nahen Osten ist, haben die ehemaligen Verbündeten auf der anderen Seite der Erde aus gutem Grund den Geigerzähler zu Ihrem liebsten Gadget erkoren. Ja und wir, wir haben endlich unseren ganz eigenen Feind unter ein par alten Weggefährten ausgemacht: Es lebe die unsichtbare Bedrohung aus Fleisch, Eiern und Gemüse! Vorbei der Kampf gegen hausgemachte Probleme, wie FCKW, Dioxin, CO2 und die kleinen strahlenden Partikel haben wir spätestens in zehn Jahren im Griff! Wen interessieren schon die Folgen von falscher Ernährung wenn wir beim Einkauf zu verpackten Produkten mit Bio-Siegel Greifen? Da können wir doch sorgenfrei dem neusten Trend frönen und das frische Gemüse mit Chemischen Keulen keimfrei machen! Und nicht vergessen: Auf öffentlichen Toiletten werden zwar keine gesundheitsgefährdenden Keimkonzentrationen gefunden - aber richtig geputzt wird da nicht! Mit wirksamen Desinfektionsmitteln ginge das noch viel sauberer! Benutzen sie diese wenigstens zu Hause und ein Desinfektionsmittelspender neben dem Waschbecken ist das mindeste was sich noch anschaffen sollten. Bereits einundzwanzig Tote! Das bedeutet Krieg! Vergessen sind all die anderen Krankheiten die seit Dekaden tausende von Menschenleben kosten - da finden die ja sowieso kein Mittel. Bahnbrechende Entwicklungen in der HIV-Forschung gehen dann auch gerne mal auf irgendeiner News-Plattform unter, denn wir wissen ja bereits, wie man die intimsten Momente keimfrei gestalten kann... Ich höre jetzt besser auf, bevor ich von den ganzen Desinfektionswahn noch Hautausschlag bekomme und ziehe mir einfach das T-Shirt von gestern noch einmal an. Der Kaffeebecher vom Wochenende darf auch noch einmal genauso ungespült wie das Frühstücksmesser seinen Dienst verrichten - vielleicht werde ich durch so ein verhalten jetzt zum einsamsten Menschen in diesem Land - aber dafür fühle ich mich wenigstens noch wie einer.

Pro Atomkraft Gegener Befürworter Abschalter Aufdiestraßegeher.

Wenn ich mir all die hochfundierten Auseinandersetzungen von Gegnern und Befürwortern der Atomenergie durch den Kopf gehen lasse wird mir größtenteils erst schlecht und dann schwindelig. Auf beiden Seiten vorwiegend irgendwelches, teils hirnrissiges, Nachgeplapper von politischer Propaganda!

Seit doch einfach alle mal für einen Moment still, wartet ab was gerade auf der anderen Seite des Planeten sonst noch passiert und macht anschließend das einzig Richtige: Geht für Eure Überzeugung auf die Straße! Alle! Denn egal, was oder warum Ihr für oder gegen etwas seid - erst dann werdet ihr wirklich gesehen und gehört!

Bei den Gegnern der Atomenergie hab ich auch keine Bedenken, dass sich da in Zukunft noch weitere glühende Redenschwinger mit Banner bewaffnet lautstark zu Wort melden… ich frag mich bloß wo die ganzen Befürworter bleiben? Ihr habt doch immer so ein dickes Maulwerk und so viel fundiertes Wissen! Dann geht doch auch bitte einmal auf die Straße teilt eure Überzeugung mit der Welt!

Wir brauchen den Hyper-GAU.

rgendwann zum Ende der 70er Jahre sollten alle, die da schon auf unserem Planeten wandelten, erklärt bekommen haben was ein GAU bedeutet. Ob nun die eigentlichen Auswirkungen für uns greifbar waren oder nicht - so wir lernten doch wenigstens, dass es sich dabei um den “größten anzunehmenden Unfall” handelt. Anderthalb Jahrzehnte später, als irgendwo in dem Land “Ganzweitweg” hinter dem Eisernen Vorhang, Irgendjemand einen falschen Knopf drückte, lernten wir dann alle, wo Tschernobyl liegt und das sowas gar kein GAU sondern selbstverständlich ein Super-GAU ist. Womit dann auch bewiesen war, das selbst der größte anzunehmende Unfall problemlos getoppt werden kann. Vor drei Wochen durfte ich dann der Zeitung entnehmen, dass das vergessen einer Textzeile in einem Gesangswettbewerb als eben so ein Super-GAU beschrieben wird und mir wurde klar, dass das was ich einst miterlebte garnicht so schrecklich gewesen sein konnte. Nun sitzen wir alle seit drei Tagen gebannt vorm Fernsehen oder vorm News-Ticker und warten darauf das im zwar fernen, aber uns so vertrauten Japan ein bis drei Kernreaktoren explodieren, verstrahlte Luft abgeblasen wird und die ein oder andere Kernschmelze, oder war es doch nur eine Teil-Kernschmelze stattfindet. Die Nachrichten sind voll von Spekulationen und Bekundungen - ab und an findet sich auch das Wort GAU in den Schlagzeilen und es wird bereits wild darüber spekuliert, warum es nicht zu einem Super-GAU kommen kann. Ich wünsche allen überlebenden Japanern und eigentlich auch dem Rest der Welt, das es bei diesen Spekulationen bleibt. Aber ich fürchte, es ist an der Zeit einen neuen Begriff in unseren Wortschatz aufzunehmen. Denn wir müssen endlich benennen können was die Steigerung eines “über größt anzunehmenden Unfalls” ist! Das Andere hatten wir ja bereits und das hat in den Köpfen so vieler Entscheidungsträger auch nicht viel verändert. Egal was auch immer wir uns vorstellen können - die Realität setzt dem sowieso noch einen drauf: Dieses Ergebnis und die damit verbundene Erweiterung unseres Wortschatzes wollen wir uns doch nicht entgehen lassen… oder?

Design oder resign.

Wenn man sich mit Design im weitesten Sinne beschäftigt bekommt man früher oder später ein gutes Gefühl für das Material, was man verarbeitet. Auch jenseits der eigenen Kompetenzen weiß man oft sehr schnell was geht und was nicht, mit wie viel Aufwand eine Produktion verbunden ist und ob oder wen man zur Hilfe rufen muss, wenn man an die Grenzen seiner eigenen Handfertigkeit gerät.

Es gibt jedoch eine zeitgemäße Form des Designs die sich beinahe jeder Konvention entzieht und die obendrein so etwas wie einen lebenden Organismus darstellt. Ein umtriebiges Ding, dass sich jeden Tag von einer anderen Seite zeigt: Webdesign.

Vorbei die Zeiten, zu denen man sich vor ein leeres Blatt Papier setzt, seinen Gedanken freien Lauf lässt und dann nach einer Möglichkeit sucht seine Ideen selbst umzusetzen oder eben jemanden beauftragt, der das für einen erledigt.

Spätestens, wenn man sich einmal intensiver damit beschäftigt hat, das jeder auch noch so einfache Entwurf auf jedem der drölf Trillionen möglichen Ausgabegeräte anders aussehen wird und einen das noch nicht demoralisieren konnte - fliegt jedem ansatzweise gestaltungsverliebten Menschen der Draht aus der Mütze, wenn es darum geht abzuwägen welche Einschränkungen im Design noch umgesetzt werden müssen, um wenigstens einem Großteil der zu erwartenden Audienz einen ungefähr, ansatzweise, vielleicht, ähnlichen Eindruck zu vermitteln.

Es gab eine Zeit da galt in solchen Fällen Flash als Allheilmittel - trotzdem konnte ich mich auch in der prä-iPhone-Ära nicht mit dieser Technik anfreunden. Der Tribut ist, das es heute zig mehr oder weniger ineinander verwobene Techniken gibt, die auch noch je nach Anzeigesoftware unterschiedlich angesprochen sein wollen und im Grunde darf man dann sein Design drei bis acht mal neu überarbeiten und anpassen und am Ende darauf hoffen, das es niemandem auffällt, dass das Ergebnis auf der Kombination Betriebssystem X / Browser Y eigentlich mal garnicht geht.

Die Frage die ich mir heute öfter denn je stelle ist nicht mehr, was der ganze Unsinn soll, sondern ob ich mir das wirklich noch antun muss...

Gutes Design sollte vor allem kompromisslos sein und der Sprache des Designers folgen. Gutes Webdesign ist jedoch nichts weiter als der beste Kompromiss aus einem Wirrwarr an Dialekten.

Multitalent sein ist fürn Arsch.

Früher - und dieses Früher ist wenig mehr als eine Dekade alt - hatte ich immer die passende Ausrede „Stimmt, ich kann alles, aber nix richtig“ auf den Lippen.

Zu dieser Zeit gab es aber noch so etwas wie ein Grundverständnis dafür, das man zur Produktion eines Kataloges wenigstens einen Photographen, einen Texter, einen Typographen, einen Layouter, einen Retuscheur, den ein oder anderen Helfer und natürlich das kreative Mastermind braucht.

Irgendwann begannen dann die Zeiten zu denen die Auftraggeber glaubten: Der Typ sitzt sowieso vor seinem Computer mit all den kreativen Programmen - wieso kann der denn nicht gleich alles machen - und da der sowieso schon alle Daten hat, dann diese bitte auch gleich ins Internet stellen!

Auf diesen Zug sind nicht wenige Einzelkämpfer und Kreativ-Nerds aufgesprungen, denn es war und ist ein scheinbar tolles Unterfangen dem Kunden alles aus seiner Hand bieten zu können. Die Handschrift passt, man muss keine Termine mit anderen absprechen und sich vor allem auch nicht über das angebliche Unvermögen von Spezialisten aufregen. Die Welt könnte so schön sein... währ da nicht dieser unausstehliche Bumerang. Und dabei rede ich gar nicht davon, das man sich mit seiner eigenen Terminplanung irgendwann nur noch ein Grab nach dem anderen gräbt.

Man fügt sich im Laufe der Jahre in all die Schranken ein, die einem durch den eigenen Wissenshorizont beim benutzen der immer mächtiger werdenden Programme gesetzt werden. Man hat gar keine Zeit mehr über all die Tellerränder zu gucken zwischen denen man rumschwimmt. Man hat gar keine Muße mehr sich in den Dingen intensiv weiter zu entwickeln, die einem wirklich am Herzen liegen...

Irgendwann funktioniert man nur noch. Als Schweizer Taschenmesser und nicht als Damaszener-Klinge... und mit der Schärfe und Beständigkeit des Outputs verhält es sich dann auch genau so.

Heute muss ich leider von mir sagen: Ich kann zwar alles - aber schon lange nix mehr richtig.